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In Decke gehüllte Person sitzt auf einer Treppenstufe an einer Straßenecke, ein Auto fährt im Hintergrund vorbei.

Es ist wohl das von mir sehr oft gerühmte Geschenk meines Berufs, dass ich in ziemlich viele Bereiche des Lebens und Arbeitens hineinschauen darf. Ich war mit der Kamera schon in Krankenhäusern in Erfurt unterwegs, habe für REWE Unternehmensfotos in der Straßenbahn gemacht und einem Spirituosenhersteller in Weimar für eine Reportage über die Schulter geschaut.

Neben vielen Aufträgen aus Unternehmen und anderen Bereichen von Politik und Wirtschaft liegt es mir dabei immer wieder am Herzen, auch und gerade soziale Themen in den Fokus zu rücken. Mit Fotos aber eben auch mit Reportagen, Porträts und journalistischen Features. Dafür arbeite ich schon lange mit einer Vielzahl an verlässlichen Partnern und verschiedenen Medienhäusern zusammen.

Sozialreportage aus Ägypten und von der EU-Außengrenze

Der Evangelische Pressedienst, kur epd, hat sich dabei insbesondere für Themen aus dem Sozialbereich als fester Kooperationspunkt gezeigt. Im vergangenen Jahr habe ich beispielsweise vom koptischen Osterfest in Ägypten berichtet. Und ich war bei Medical Solidarity International, damals noch Medical Volunteers International an deren Standort im griechischen Athen, um über die medizinische Versorgung an der EU-Außengrenze zu berichten. Der Text dazu ist unter anderem im Migazin erschienen.

Solche Themen sind auch für mich gar nicht so leicht, sondern oftmals schwer zu verdauen. Und dennoch ist es wichtig, dass ich mich ihnen stelle und oftmals auch dort hingehe, wo andere nicht sind oder wegschauen. Es ist mir eine Herzenssache und zugleich so etwas wie mein journalistischer Ethos, den ich habe. Umso wichtiger ist es daher, auch auf der Seite derer, über die berichtet wird, gute und verlässliche Informant*innen und Kontakte zu haben. Meine Arbeit in den vielen verschiedenen Bereichen des Sozialwesens, vom Deutschen Fürsorgetag, den ich mit einer Fotoreportage auf der Messe Erfurt begleitet habe bis zu den Tradition gewordenen Eröffnungsveranstaltungen des Restaurant des Herzens bei der Erfurter Stadtmission, arbeite ich immer wieder mit den verschiedenen Trägern und Verantwortlichen zusammen.

Eindrücklicher Besuch bei den Frauen ohne Zuhause

Eine ganz besondere dokumentarische Gelegenheit hatte sich wiederum im vergangenen Dezember ergeben, als ich für die Nachrichtenagentur epd bei der Weihnachtsfeier für obdachlose Frauen dabei sein durfte. Ich betrat damit einen geschützten Raum, bei dem es nicht nur um spannende Geschichten, sondern vor allem um viel Einfühlungsvermögen ging. Einen Nachmittag verbrachte ich mit gut einem Dutzend Frauen, die wenig Perspektiven, kein richtiges Zuhause und oftmals auch Ärger mit Behörden und Gesellschaft haben. Das Ergebnis lief dann über die Nachrichten-Angebote von epd und weil das ja eben doch ein geschlossener Raum ist, gibt es im Folgenden einen kurzen Ausschnitt und einige Fotos von diesem eindrücklichen Besuch.

Wichtig war und ist: Vertrauen. Genau aus diesem Grund sind die entstandenen Fotos so zurückhaltend und so anonym wie möglich.

Wenn die Wohnung plötzlich weg ist

Erfurt (epd). Seit drei Jahren lbt sie auf der Straße. Heute ist Brigitte, die eigentlich anders heißt, sich aber für ihre derzeitigen Lebensumstände schämt, 62 Jahre alt. Unterkunft fand sie im Wohnheim für obdachlose Frauen im Erfurter Norden. An diesem Dezembernachmittag ist Brigitte eine von 15 Frauen, die im schummrigen Licht des Veranstaltungsraums des Vereins Traumraum sitzen. Ein Teil der Frauen ist wohnungslos und lebt in der Unterkunft, der andere Teil sind Sozialarbeiterinnen und Engagierte. Päckchen für den Winter Unter ihnen auch zwei Frauen aus der Kirchengemeinde Erfurt-Südost. Sie waren dem Aufruf ihrer Pfarrerin Susanne Sydow gefolgt, Päckchen für die Frauen der Einrichtung zu sammeln. Darin alles das, was Frauen ohne Unterkunft im Winter brauchen: dicke Strümpfe, Handcreme, Schokolade. „Ich habe einfach überlegt, worüber ich mich freuen würde und dann zum Packen aufgerufen“, sagt Sydow. Dass mehr Pakete zusammenkamen, als Frauen in der Unterkunft seien, habe sie selbst überrascht. 17 Frauen sind es, die an diesem Tag und in der folgenden Nacht Schutz vor Frost suchen. Mit Zahlen, wie viele Personen das Asyl gerade in Anspruch nehmen, sei sie aber immer vorsichtig, sagt Sylvia Voigt. Als Bereichsleiterin der Stadtmission verantwortet die Erfurterin das Wohnheim für Frauen und das Haus Zuflucht, das Gegenstück für Männer ohne Unterkunft. Voigt kennt die Frauen, die bei ihrem Team Unterschlupf finden. Und sie kennt deren Schicksale: „Natürlich sind das hier oft keine einfachen Menschen. Sie haben im Leben einiges durchgemacht, viele haben psychische Probleme und auch Drogen spielen in vielen Geschichten eine Rolle.“ [...]

Mehr: Lizensierbar über epd; epd ppb nis
Person hält eine aufgeschlagene Grußkarte mit handschriftlichem Text: „wünscht Ihnen die Kirchengemeinde Erfurt-Südost“.
Ältere Frau in rotem Shirt packt ein Geschenk an einem festlich gedeckten Tisch mit leerem Geschirr und Lichterkette aus.
Rotes Weihnachtsgeschenk mit goldenen Sternen auf einem Tisch, mehrere Personen sitzen und stehen drumherum.
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