Als Fotojournalist, der sich vor allem gesellschaftlichen Themen annimmt, gehören Demonstrationen für mich zum Alltag. Ganz egal, ob es Kundgebungen gegen Veranstaltungen der rechtsextremen Alternative für Deutschland (AfD) wie den Bundesparteitag in Riesa oder die Gründung der Generation Deutschland in Gießen sind oder kleinere Kundgebungen - etwa zum Internationalen Frauentag in Erfurt und eine Pro-Palästina-Demo in Jena.
In diesem Jahr war ich erstmals auch bei der Demonstration zum „Revolutionären 1. Mai“ in Berlin-Kreuzberg dabei. Für verschiedene Kunden begleitete ich mit meiner Kamera die wohl berühmteste Mai-Demo Deutschlands in der Hauptstadt.
Aufsteckblitz im Jahr 2026: Warum ein alter Trick plötzlich wieder Sinn hat
Dabei entstanden eindrückliche und für mich auch persönlich recht prägende Eindrücke einer Kundgebung, von der die Polizei hinterher sagte, dass sie friedlich verlaufen sei. Besonders interessant: Das Miteinander verschiedener linker und linksextremer Gruppierungen, welche sich an diesem 1. Mai in Berlin nicht nur ruhig, sondern häufig besonders konstruktiv zeigten.
Technisch war ich wiederum an einem Punkt, den wir eigentlich längst überwunden hatten und der nun zurückkommt: Der Einsatz eines direkten Aufsteckblitzes. Eine Maßnahme, die in Zeiten von enormen ISO-Zahlen und riesigen Offenblenden eigentlich überholt scheint und dennoch unter Fotojournalist*innen wieder immer mehr Anklang findet. Wieso das so ist? Für mich bleibt es ein kleines Rätsel, das ich mir aber mit dem Aufkommen von perfekten Fotos durch AI zu erklären versuche und mit dem Ansatz, dazu einen Kontrapunkt zu setzen. Wie auch immer: Ich habe es mal so gemacht und bin erstaunlich zufrieden mit dem, was am Ende rauskam: Scharfe, besonders und sehr individuell ausgeleuchtete Fotos, die auch das Geschehen während der Nacht nach dem 1. Mai noch eindrücklich abbilden. Reinschauen lohnt sich!






